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Über den Wolken… (Sofia Part 0 & 1)

Sofia Part 0 & 1: Eine kurze Flugreise, eine etwas längere Übelkeit, der nullte und der erste Tag, die ersten Eindrücke…

Nach Sofia…
Gestern war es endlich so weit: viel zu früh aufgestanden und nach Köln-Bonn zum Flughafen gefahren. Leiche Aufregung, da erster Flug. (Und da das erste mal für ein halbes Jahr lang weg – wobei ich das immernoch nicht wirklich realisiert habe, schätze ich.) Nach ausgiebigen Sicherheitskontrollen (ich glaube, halbaufgegessene Brötchen im Handgepäck sind seeehr verdächtig – Wanderschuhe an den Füßen sowieso) konnte ich das Flugzeug relativ pünktlich betreten. Flugzeugstarts und erste Minuten in der Luft sind toll – Miniaturstädte (die sehr irreal wirken), Wolkenfetzen und ein kurzer Flug über den Wolken, die sehr an eine Polarlandschaft erinnerten. Leider hab’ ich davon kein Foto, aber bei einem der nächsten Flüge werde ich das mal festhalten. Der Flug insgesamt war dann nicht soooo spannend – drinnen war es halbwegs eng (der Platz neben mir war glücklicherweise frei und ich hatte viel Platz), laut (ich saß direkt am Fenster bei den Tragflächen) und langweilig (man (=ich) kann in Flugeugen genau so gut lesen, wie in Autos, nämlich garnicht). Da der Flug aber nur etwas mehr als 2 Stunden dauerte (hey, ich war in Sofia bevor meine Eltern wieder vom Flughafen zu Hause waren), war das kein Problem. Nachdem ich noch den Blick auf die ersten bulgarischen Berge, Häuser und Landschaften werfen konnte, wurde ich leider von einer kleinen Übelkeit bis zum Stillstand des Flugzeugs in Anspruch genommen. (Die sich dann leider auch bis zum Abend fortsetzte, heute aber zum Glück wieder verschwunden ist.)

Im Hostel…
Wie abgemacht, wurde ich vom Flughafen abgeholt. Was auch ganz gut war – ich glaube mit Bus und Bahn hätte das ziemlich gedauert (ich brauche geschätzte 10 Sekunden pro zu entzifferndem kyrillischen Wort). Der Fahrer fühlte sich im Bulgarischen Verkehr anscheinend ziemlich wohl – die Fahrt entsprach einem netten Slalom zwischen den Fahrspuren (Bus- und Tramspur inbegriffen, wobei manche Spur wohl auch nur dem Fahrer bekannt war – ich konnte jedenfalls keine Hinweise für ihre Existenz erkennen.). Der Eingang zu dem Hostel, in dem ich mich in der nächsten Zeit aufhalten werde (www.hostelmostel.com), befindet sich gut getarnt an einer mittelgroßen Straße (ich frage mich, wie lange ich gesucht hätte, um den alleine zu finden).

Hostel Mosten Innenhof

Das Hostel selbst machte einen ganz netten Eindruck. Auf dem Foto sieht man den Hofbereich, in den man kommt, wenn man die Eingangstür gefunden hat. Die offene Tür führt in den Gemeinschaftsraum (mit Empfang, Billiardtisch, Sitzfläche, Fernseher, Tischen, WCs, PCs mit Internetzugang und Küche). Am Holzbalkon liegen die Schlafräume (mit coolen Transpondereintrittskarten ;-) ). Da ich mich noch immer nicht so richtig wohl fühlte, blie ich gestern dann im Hostel. Nach ein paar Telefonaten und einem Teller Spagetti mit Tomatensoße (Mal schaun, wie lange ich die noch lecker finde. Oder ob die Soßen täglich variiert werden.) wurde dann relativ früh der Jetlag ausgeschlafen. (Wenn ich nicht gerade wieder vom Zimmerlicht, das bis nach Mitternacht brannte, oder den regelmäßig ein- und ausgehenden Mitbewohnern geweckt wurde.) Übrigens: sehr cool sind die kleinen Kätzchen, die hier wohnen. Sie versuchten etwa einhundertmal pro Minute, mit meine Pasta zu klauen…
Desweiteren kam im Laufe des Nachmittags eine Mail des hiesigen Erasmus Club an – mal gucken, ob die mir beim Kennenlernen der Stadt und bei der Wohnungssuche helfen.

Tag 1 – first steps outside
Pünktlich um 4 ausgeschlafen und um halb 8 aufgestanden. Das All-You-Can-Eat-Breakfast war etwas magerer, als ich dachte: Toast, Salami, Käse, Feta, Pflaumen (oder Riesenoliven ;-) ), Marmeladen & Schokoschmiere, ein komischer Fruchtnektar, Milch und Kaffee. Schmecte trotzdem gut und reichte als Frühstück auch… Dann ging es los, die Stadt (oder die ersten Teile derselben) zu erkunden. In den vier Stunden, in denen ich unterwegs war, schaffte ich aber nicht allzuviel. Die Stadt bot erstmal eine Mischung aus alten, prunkvollen Gebäuden (Theater, Banken, Museen, Regierungsgebäude) und schon länger nichtmehr renovierten Fassaden anderer Bauten. Der Verkehr scheint etwas ungeordneter zu verlaufen als in De, aber als Fußgänger kam ich ganz gut durch. Erste Fundstücke: ein Park, in dem drei Straßenmusiker (Trompete, Akkordeon, Trommel) Jazzstandards zum Besten gaben, was ziemlich genial klang.

Straßenmusik

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(Das Rauschen im Hintergrund ist ein Brunnen, an dem ich saß…) Vor dem Park befindet sich die National Art Gallery netter Dachbedeckung.National Art Gallery

Ein paar hundert Meter (Kilometer?) weiter konnte ich dann an heißen Trinkwasserbrunnen meinen Wasserbedarf decken.

TrinkwasserbrunnenDann ging es auch schon über kleine Umwege zurück. Nach einer kleinen Mittagspause im Hostel werde ich mich wohl gleich aufmachen, um ein Nahverkehrsticket zu erwerben (mal schaun, wie/ob das auf Englisch geht). Und um dann vielleicht die Uni und Teile der Stadt, die weiter entfernt liegen, anzuschauen.

Tag 1 – Danach
Von der zweiten Tour zurückgekehrt, die leider nicht so erfolgreich war: nach etwa einer Stunde Fußmarsch konnten die netten Damen am Ticketschalter gerade so viel kein Englisch um mir klarzumachen, dass ich selbst mit dem internationalen Studentenausweis kein Studentenmonatsticket ekommen könnte. Schade eigentlich… Auf dem Rückweg durchsuchte ich dann noch erfolglos diverse Bookstores und durfte mir 20 Minuten lang die Geschichte eines Bettl.. ähh… jungen Mannes auf der Straße anhören, der mich davon überzeugen wollte, ihm etwas von meinem nicht vorhandenen Geld abzugeben. (Der aber, obwohl er seit three days dont eat and drink, keinen Apfel von mir annehmen wollte. Aber so nett gewesen wäre, mich zu jeglicher Wechselstube zu begleiten ;-) )

Jetzt werde ich erstmal weiter Bulgarisch lernen und mich morgen mal mit ein paar hiesigen Studenten treffen. Und gespannt darauf warten, ob die Soße bei der Pasta heute variiert wird. Und hoffen, dass ich demnächst noch ein paar Tage durchs Land fahren kann.

By the way: Ampeln, die anzeigen, wie lange man noch warten muss bzw. wie lange man noch gehen darf, sind toll. Fast so cool, wie die Ampeln, bei denen das grüne Männchen Laufbewegungen macht.

Ampel mit Countdown

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